Motzköpfchen

Katja Bredowskis schönstes Geschenk

16. Februar, 2012 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Motzköpfchen

Häufig sind die schönsten Geschenke die, die nicht auf dem Wunschzettel standen. Sie begeistern oder begründen im Idealfall sogar eine Leidenschaft. So war es auch bei Katja Bredowski. Ein Verzweiflungsgeschenk ihres Mannes, das er kurz vor Torschluss erwarb, entpuppte sich als Auslöser für ihre Teddymacher-Karriere.

Das Weihnachtsfest 1997 rückt näher und Markus Bredowski steht vor einem Dilemma. Was soll er seiner Frau in diesem Jahr nur zu Weihnachten schenken? Da er von der großen Leidenschaft seiner Frau für Bären weiß, entscheidet er sich aus der Not heraus für eine Bastelpackung. Zu diesem Zeitpunkt weiß er noch nicht, dass er damit den Grundstein der Teddymacher-Karriere seiner Frau Katja legt.

Werdegang

Das Verzweiflungsgeschenk kommt gut an. Katja Bredowski beschließt, sich intensiver mit der Thematik auseinanderzusetzen. „Nachdem ich einige regelrechte Plüschmonster gefertigt hatte, beschäftigte ich mich intensiv mit der Teddyszene und entdeckte die großen Messen für mich“, erzählt sie. Für die Künstlerin ist das Bärenmachen ein Ausgleich zu ihrem wenig kreativen Hauptberuf als Direktionssekretärin.

Kreativ sein und sich künstlerisch zu verwirklichen ist für sie sehr wichtig. Schon als Kind stöberte Katja Bredowski gerne im Nähkästchen ihrer Großmutter, die gelernte Schneiderin war. Knöpfe und Garne waren ihre Schätze. Sie verbrachte einen Großteil ihrer Kindheit bei ihren Großeltern, da Vater und Mutter berufstätig waren. „Von meiner Oma habe ich so einiges gelernt und hüte das Schatzkästchen noch heute als Andenken“, erläutert sie. „Schon als kleiner Stöpsel waren das Nähzeug und ein leeres Blatt Papier mit ein paar Buntstiften eine tagesfüllende Beschäftigung für mich“, fügt sie hinzu.

Anstatt sich jedoch für einen kreativen Beruf zu entscheiden, siegte die Vernunft und Katja Bredowski beschloss, nach dem Abitur einen „seriösen kaufmännischen“ Beruf zu erlernen. „Hier war meine Kreativität nur wenig gefragt“, erinnert sich die Künstlerin zurück. Da kam die Bastelpackung gerade richtig.

Die Sammlerin

Mit ihrer Teddykunst hebt Katja Bredowski ihre Leidenschaft für Petze auf eine neue Stufe. „Ich bin nicht nur Künstlerin, sondern auch ein großer Sammler von allem, was mit Bären zu tun hat“, meint sie und fügt hinzu: „Das reicht von Künstlerteddys, in die ich mich regelmäßig zum Leidwesen meines Mannes auf Messen verliebe, über Schmuckstücke und Gebrauchsgegenstände.“ Ihre Sammlung umfasst mittlerweile Tassen, Teller, Handtücher und Bettzeug – alle ziert das Konterfei von Meister Petz.

„Auch unser selbstausgebautes Wohnmobil steht unter diesem Motto. Wir nennen es nicht umsonst das Bärenmobil“, berichtet Katja Bredowski mit einem Augenzwinkern. „Mein ganzer Stolz ist eine Bärenhöhle, die ich mir dank meines Mannes und seines handwerklichen Geschicks in einem kleinen Schweden-Gartenhäuschen einrichte“, setzt sie enthusiastisch nach. Es ist ein Geschenk ihres Mannes, mit dem er wieder ins Schwarze getroffen hat.

Bärige Kunst

Neben genähten Teddys hat Katja ­Bredowski im Jahr 2003 das Filzen für sich entdeckt. Seitdem kombiniert sie häufig beide Fertigungstechniken miteinander. Dadurch ist sie in der Gestaltung viel freier. Dank des Filzes kann sie viele Körperpartien einfach modellieren. Auf diese Weise entstehen zum Beispiel Bärchen mit offenen Mäulern und herausgestreckter Zunge.

Accessoires spielen für die Künstlerin keine große Rolle. Die Netzbächer-Bären, die ihren Namen in Anlehnung an den Wohnort der Bredowskis erhalten haben, sind meistens unbekleidet. „Es kann allerdings mal vorkommen, dass ich in Omas Schatzkästchen oder auf einem Markt etwas entdecke, was mich inspiriert“, erklärt die Künstlerin. So sind zum Beispiel Filzwägelchen als Kuschelhöhle für kleine Bären entstanden. Die Wägelchen selbst haben die Form von Erdbeeren, Pilzen und Kürbissen.

Inspirationen bekommt Katja ­Bredowski bei Messebesuchen, auf denen sie mit wachen Augen durch die Gänge geht und durch Urlaubsreisen. Hier lässt sie Land und Leute auf sich wirken. Dann entstehen in ihrem Kopf oft mehr Ideen, als sie umsetzen kann. „Früher sind wir in jeder freien Minute in den alter­nativen Bärenpark Worbis nach Thüringen gefahren. Dort habe ich praktisch zum Inventar gehört“, erzählt sie und ergänzt: „Natürlich dienten die Bären oft als Vorlage für meine Kreationen – nur leider fehlt uns für die weite Fahrt heute mehr und mehr die Zeit, sodass andere Inspirationsquellen immer wichtiger werden.“

Messen nutzt Katja Bredowski nicht nur um sich inspirieren zu lassen. Auf insgesamt 20 Veranstaltungen im Jahr pflegt sie den Kontakt zu Sammlern und Künstlerkollegen. Die Freundschaften, sich daraus ergeben haben, sind der Künstlerin sehr wichtig

Eigenarten

„Lass Deine Bären doch mal ein bisschen freundlicher gucken“, sagt Markus Bredowski seiner Frau immer wieder. Es will der Künstlerin nicht gelingen. „Egal, wie ich die Nadel ansetzte, zum Schluss werden es immer kleine ‚Motzköpfchen‘, die mit treuem Blick das Herz des Betrachters erobern“, erklärt die Künstlerin schmunzelnd und fügt hinzu: „Meine Bären sind kleine verletzliche Wesen, die einfach nur lieb gehabt werden wollen. Diese Zuneigung geben sie dann auch tausendfach zurück.“

Ihre Petze sind meistens Einzelstücke und bekommen seit einer Skandinavienreise der Bredowskis nun Konkurrenz durch ein anderes Tier. Der Elch hat es ihr angetan. „Das wirkt sich natürlich auch auf meine Kreationen aus. Eine Handvoll ‚Kuschelelch‘, da fällt mir der Abschied nach der Fertigstellung doch wesentlich schwerer als bei einem klassischen Bären“, erläutert sie.

Diese Vielseitigkeit begeistert die Fans von Katja Bredowski. Dabei sollte sich der Dank ihrer Fangemeinde an ihren Ehemann richten, da er ein derart folgenschweres Verzweiflungs-Weihnachtsgeschenk gekauft hat. Ansonsten wäre die Sammlerin wohl nicht zur Künstlerin geworden.

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