Waldbären

Grüne Petze von Simone Maschmann

1. Dezember, 2011 - Kategorie: Aktuell, Teddy- und Plüschtierwelten
Waldbären

Simone Maschmann ist noch ein relativ neues Gesicht in der Teddyszene. Ihren Einstand feierte die talentierte Künstlerin im Jahr 2010 auf der TEDDYBÄR TOTAL. Dort begeisterte sie die anderen Aussteller sowie das Publikum auf Anhieb mit ihren ausgefallenen Bärenkreationen, die in einem detailliert ausgearbeiteten Miniaturwald präsentiert werden.

Waldbären heißen die Teddys, die in Simone Maschmanns Atelier entstehen. Ihre augenfälligste Besonderheit: sie sind allesamt grün. Die Künstlerin hat um ihre Geschöpfe eine eigene kleine Geschichte entwickelt. So handelt es sich nach eigener Aussage bei ihren Bären um eine scheue Gattung, die tief in den Wäldern von Varlandia lebt. Dieser Ort befindet sich an den Ausläufern des Weserberglands. Es existieren fünf Untergruppen, die jeweils über andere Wesenszüge und Aufgaben verfügen. Unterschieden werden die Strauch-, Stauden-, Wichtel- und Baumbären sowie die Waldhüter.

Exklusiv

Für ihre Waldbären hat Simone Maschmann, deren Unternehmen den lateinischen Namen Ursa Minor, zu Deutsch „Kleine Bärin“ trägt, eigens einen speziellen Mohairstoff von Steiff-Schulte herstellen lassen. „Es sollte ein angenehmer, möglichst natürlich wirkender Grünton sein, den ich im Fachhandel nicht finden konnte.“

Das Thema Wald und Natur kommt nicht von ungefähr: Simone Maschmann ist ebenso wie ihr Ehemann im Hauptberuf Gärtner. Die beiden sind zudem leidenschaftliche Tierfreunde und leben auf einem großen, naturbelassenen Anwesen mit einigen Haus- und etlichen Wildtieren, die in einem Gehege auf dem eigenen Waldstück ein neues Zuhause gefunden haben. In die Waldbären-Kollektion ist also sehr viel Persönliches eingeflossen. Die Bärenmacherin ist überzeugt, dass das bei Teddy­künstlern weit mehr als bei anderen Kunstschaffenden der Fall ist.

„Teddybären sind ein Teil des Lebens vieler Menschen. Kaum jemand, der nicht in irgendeiner Form bereits in der Kindheit damit in Berührung gekommen ist. Sie werden mit Wärme und Geborgenheit verbunden, sie können Seelentröster, Freund, Gefährte und Talisman sein. Die eigenen Assoziationen und Erinnerungen fließen in die spätere Arbeit eines Teddymachers zwangsläufig mit ein.“

Hindernislauf

Wie die meisten ihrer Kollegen aus der Künstlerbärenszene gehörten auch für Simone Maschmann Handarbeiten stets zum Alltag. Sie ist geschickt im Umgang mit Nadel und Faden. Zudem hatte sie schon immer ein Faible fürs Dekorieren. Bereits in jungen Jahren sammelte sie verschiedene Petze und häkelte beziehungsweise strickte Kleidung und Accessoires. Irgendwann geriet das Thema Teddy jedoch ein wenig in den Hintergrund: „Ich dachte, ich sei nun langsam zu alt für solche Spielereien“, schmunzelt die Künstlerin. Doch der Zufall wollte es, dass sie durch die Bekanntschaft mit einer begeisterten Teddysammlerin eines Besseren belehrt wurde. Diese berichtete von den Geheimnissen der Teddywelt, vom vielzitierten Bärenfieber, von Fachmessen, Zeitschriften und den vielen Gleichgesinnten. „Das war komplett neu für mich. Ich hatte von alledem überhaupt keine Ahnung.“

Das Interesse am Kuscheltier war geweckt. Im Jahr 2004 besuchte Simone Maschmann die TEDDYBÄR TOTAL in Münster, kaufte eine Bastelpackung und fuhr hochmotiviert nach Hause. Sie war voller Vorfreude darauf, in Kürze den ersten selbstgefertigten Teddy in Händen halten zu können. „Es war damals sicher nicht mein schönster Teddy in der Sammlung, aber eben der erste selbstgenähte. Das war für mich der Startschuss. Ich wollte weitermachen.“

Die Grundlagen des Teddynähens zu erlernen, war für die handwerklich und gestalterisch geschickte Westfälin kein Problem. In ihrer Anfangszeit nähte sie hauptsächlich nach Schnitten aus diversen Fachzeitschriften. „Irgendwann merkte ich, dass es so einige Kniffe, Tricks und Feinheiten geben musste, die ich noch nicht kannte. Meine nachgenähten Petze waren zwar nicht schlecht, aber es fehlte der letzte Pfiff.“ Simone Maschmann war davon überzeugt, dass sie sich theoretisches Detailwissen und handwerkliche Fachkenntnisse aneignen sollte, um weiterhin Spaß am Hobby zu haben. Also besuchte sie unter anderem einen Kurs bei Hanne Leder, einer erfahrenen Bärenmacherin und Inhaberin des gleichnamigen Fachgeschäfts in Reiskirchen. „Dort habe ich viel gelernt, mein Wissen und nähtechnisches Knowhow ergänzt. Es gelang mir bald darauf, eigene Schnitte zu entwickeln und einen ganz persönlichen Stil herauszubilden.“

Waldbären mit Stern

Kurze Zeit später entstand ihre erste eigene Kollektion. „Ich bin sehr glücklich, dass es mir gelungen ist, schnell eigene Charakterbären zu gestalten und einen individuellen Stil zu prägen“, sagt Simone Maschmann. Dazu gehört, neben der Verwendung hochwertiger Materialien, auch die Fähigkeit, einem Teddy einen spezifischen Charakter zu verleihen. „Meine Waldbären sind ein sehr vorsichtiges, aber ebenso neugieriges Völkchen, wie man ihrem Gesichtsausdruck deutlich entnehmen kann. Die passenden Accessoires unterstreichen ihren Charakter zusätzlich und sind mir daher sehr wichtig. Ich lege großen Wert darauf, dass alles farblich zusammenpasst und harmonisch perfekt aufeinander abgestimmt ist“, erklärt die Teddymacherin.

Ebenso wie die Bären entstehen auch Dekoration und Zubehör ausschließlich in Handarbeit. Zur leichteren Erkennbarkeit tragen alle Petze, die zur Ursa Minor-Familie gehören, einen gestickten Stern auf der Fußsohle. Somit sind Simone Maschmanns Waldbären echte „Stars“ der Teddyszene.

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